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Der
erste Weg einer Frau, die den Verdacht hat, schwanger
zu sein, führt sie zu einem Frauenarzt. Meist
wird dann ein Ultraschall gemacht und ein Bluttest
- und die Schwangerschaft festgestellt. Auch im weiteren
Verlauf der Schwangerschaft hat die Frau einen Arzttermin
nach dem anderen für die Vorsorgeuntersuchungen.
Dass es auch eine andere Möglichkeit gibt, wissen
die wenigsten Schwangeren: mn kann nämlich auch
alle Vorsorgen bei einer Hebamme durchführen
lassen. Aus meiner Erfahrung hat das viele Vorteile,
diese möchte ich hier gerne - sicherlich ein
wenig übertrieben - darstellen.
Bei
einem Frauenarzt wirst du erstmal ne Stunde ins Wartezimmer
gepackt, nachdem die Sprechstundenhilfe einige sonderbare
Tests mit dir gemacht hat (Blutabnehmen *graus*, Wiegen,
Urintest, Blutdruck usw.). Dann wirst Du gnädigerweise
hereingebeten, der Herr Doktor noch mit seiner letzten,
durchaus gutaussehenden Patientin beschäftigt und
deshalb völlig abgelenkt, begrüsst dich kurz und knapp,
fragt nach dem werten Befinden und schickt Dich zum
Ausziehen in einen Nebenraum. Danach darfst du auf
diesen Folterstuhl klettern und ein völlig fremder
Mensch fummelt da mit unangenehmen Geräten an deinem
Allerheiligsten rum, wo vielleicht nicht mal die Liebe
deines Lebens nach mehreren Dates hindarf. Danach
noch ein (nicht ganz unumstrittener) Ultraschall und
du darfst von dem Folterstuhl wieder runterklettern.
Der Stuhl und die Untersuchungen sind je unangenehmer,
desto schwangerer du dich darauf rumquälen darfst.
Und der Herr Doktor in seiner Eigenschaft als langjährig
studierter Arzt sucht immer nach Fehlern in deiner
Schwangerschaft, die er behandeln kann und muss. Das
ist nunmal das, was er gelernt hat! Leider!
Die
Hebamme dagegen kommt zu mir nach Hause, wir machen
uns erstmal einen leckeren Kaffee und quatschen über
die Kinder. So nebenbei kann sie dann vielleicht mal
Blutdruck messen, wenn es notwendig erscheint. Sie
macht prinzipiell keine Untersuchung ohne mich vorher
zu fragen. Sie fasst mich nicht an, ohne um Erlaubnis
gebeten zu haben und entschuldigt sich für ihre (gar
nicht so) kalten Hände. Sie erklärt mir, was sie tut,
lässt mich selber nach dem Baby im Bauch tasten, damit
ich das zwischendurch auch mal selber machen kann.
Eine Hebamme entspricht eher so dem Bild einer (alten)
weisen Indianerin, die eben die jungen Frauen auf
ihrem Weg durch die Schwangerschaft begleitet. Sie
hat selber so viele Geburten und Schwangerschaften
erlebt, dass sie eben im Indianerstamm die beste Ansprechpartnerin
ist. Bei auftretenden Problemen versucht sie ihr Bestes
mit Kräutchen und nicht-invasiven Mitteln (wie eben
einfach mal eine Woche Bettruhe), während ein Arzt
vermutlich immer in seinen schlauen Computer schaut,
welches Medikament er dir für das akute Problem verschreiben
kann.
Eisenmangel
ist so ein klassischer Fall, wo Ärzte schnell bei
Tabletten sind, die Sch***-Nebenwirkungen haben, während
die Hebamme erstmal nicht annähernd so einen Aufstand
um den Eisenwert macht und wenn er doch mal arg niedrig
sein sollte, dann erstmal die Ernährung durchspricht
und vielleicht eisenhaltigere Sachen und Tees empfiehlt
und erst als allerletztes Mittel dann vielleicht Tabletten
aufschreibt.
Ich
persönlich würde NIE wieder eine Schwangerschaft von
einem Arzt begleiten lassen, auch die Ultraschalls
im Verlauf der Schwangerschaft empfinde ich als unsinnig,
zumal nicht geklärt ist, inwieweit sie den Babys schaden.
Was soll mir denn der Ultraschall sagen? Dass es meinem
Baby gutgeht? Das weiss ich auch so. Dass ihm ein
Arm fehlt? Na und, trotzdem ist es doch mein Baby
und ich werde es trotzdem lieben. Und wo die Plazenta
liegt (sie sollte nicht vorm Muttermund liegen), merke
ich auch ohne Ultraschall, nämlich da, wo ich das
Baby nie treten spüre. Also, wozu ein Ultraschall!?
Mein Sohn hat sich ja sogar gegen das Abhören der
Herztöne (ist auch so eine Art Ultraschall) heftigst
gewehrt, so dass wir danach auf sämtliche Ultraschallsachen
verzichtet haben. Und ich denke, es hat ihm gut getan,
weil er ist ein superruhiges Kind, das fast nie geweint
hat. Und man führt unruhige, viel weinende Kinder
inzwischen tasächlich auf die Ultraschalls zurück.
Auch nach meiner eigenen Erfahrung und in allen Schwangerschaftsforen
zeigt sich ein recht deutlicher Zusammenhang zwischen
der Anzahl der Ultraschalls und dem Wesen der Kinder!
Und
gegen vaginale Untersuchunge hab ich schon imemr eine
Abneigung, vor allem von fremden Menschen. Christine,
meine Hebamme, hat die erste und einzige vaginale
Untersuchung kurz vor der Geburt gemacht, weil ich
sie drum gebeten habe, um zu sehen, wie der Muttermund
steht, also ob er schon offen ist oder noch zu oder
was auch immer. Inzwischen hab ich aber durch die
Temperaturmessung und das tägliche Abtasten des Muttermundes
zur Verhütung bzw. zur Eisprungbestimmung so viel
Erfahrung mit meinem Muttermund gesammelt, dass ich
selbst das selber machen würde und werde.
Also,
die Wahl zwischen Hebamme und Frauenarzt bedeutet
für mich persönlich kurz gesagt die Wahl
zwischen einer guten Freundin, die dich während
der Schwangerschaft regelmäsig besuchen kommt
und einem völlig Fremden, der dich ab und an
gnädigerweise empfängt! Nicht wirklich schwer,
da eine Auswahl zu treffen, oder?
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